Responsible Gambling in Österreich: Hilfe und Schutz

Junge Frau mit Kaffee liest Broschüre über verantwortungsvolles Spielen

Ich hab einiges verbrannt. Nicht alles, aber genug, um aufzuhören, Werbeversprechen zu glauben. Und genug Neugier, um trotzdem Neues auszuprobieren. Was ich dabei gelernt habe — vor allem über mich selbst — das schreib ich hier auf. Nicht, um dich zu belehren. Ich bin nicht klüger als du. Ich war nur früher dran.

Erst das Wichtigste: Wenn es gerade brennt

Wenn du gerade das Gefühl hast, dass es nicht mehr unter deiner Kontrolle läuft, dann spring nicht zum Rest des Textes. Hier sind die Anlaufstellen, und die funktionieren:

Das ist der wichtigste Abschnitt hier. Der Rest ist Theorie. Ruf an, wenn du musst.

Wie ich es bei mir bemerkt habe

Keiner wacht auf und denkt „jetzt bin ich süchtig". Es war eine Reihe von Momenten. Vielleicht erkennst du einen wieder:

Ein einziges davon heißt nicht, dass du ein Problem hast. Aber wenn du beim Lesen unbequem geworden bist — das ist ein Signal. Nimm es ernst.

Die Werkzeuge, die dir in Österreich zur Verfügung stehen

Das Gute an Österreich: Es gibt ein regelrechtes Gerüst, das dich ein bisschen vor dir selbst schützt. Auf die Sachen, die mir geholfen haben:

Einsatz- und Einzahlungslimits. Leg sie fest, bevor du spielst, nicht nachdem du 200 Euro in zwanzig Minuten durch hast. Ich hab das anfangs für Bevormundung gehalten. Ist es auch. Aber die richtige Art davon.

Zeitweiser Spielausschluss. Du kannst dich bei Anbietern selbst ausschließen. Das ist die Notbremse. Unangenehm, wirkungsvoll.

Die Abkühlungsphase. Glücksspielgeräte schalten nach zwei Stunden Spielzeit automatisch für fünf Minuten ab. Klingt banal. Ist aber genau die Pause, in der mir ein paar Mal klar wurde, wie tief ich schon drin war.

Selbstexklusions-Tools. Zum Beispiel Gamban blockt Glücksspielseiten auf deinen Geräten. Wenn die Versuchung zu groß ist, nimm dir den Zugang physisch weg.

Altersgrenze. In Österreich gilt für Online-Glücksspiel ein Mindestalter von 18 Jahren. Ohne Diskussion. Und Werbung für Glücksspiel richtet sich nicht an Minderjährige — wenn du so etwas siehst, ist etwas faul am Anbieter.

Was die „seriösen" Casinos von den anderen trennt

Ich prüfe heute, bevor ich auch nur einen Account anlege:

Lizenz. Nur Anbieter mit gültiger österreichischer Lizenz des Bundesministeriums für Finanzen. Die BMF-Whitelist ist die öffentliche Liste der Konzessionäre und Ausspielbewilligten — da kannst du nachsehen, ob ein Anbieter wirklich dabei ist. Und hier kommt der Teil, den kaum einer erwähnt: Ohne österreichische Konzession bekommst du bei Streitigkeiten keine Unterstützung durch den österreichischen Rechtsstaat. Kein Anwalt, kein Behörde, nichts. Dein Geld ist dann praktisch weg.

Steuern. Bei inländischen Anbietern dürfen Online-Casinos keine Steuern auf deine Gewinne erheben. Nur Anbieter mit österreichischer Lizenz können die steuerliche Einordnung für Gewinne gewährleisten. Das ist keine Kleinigkeit.

Geldtrennung. Seriöse Anbieter trennen dein Geld von ihren operativen Konten. Das ist ein Schutz für dich — und ein Qualitätszeichen.

Geldwäsche-Anforderungen. Prüfe, ob das Angebot den gesetzlichen Anforderungen zur Bekämpfung von Geldwäsche entspricht. Ja, das ist Mehraufwand. Ja, das ist es wert.

Übrigens: Die Spielerschutzstelle im Finanzministerium, eingerichtet nach § 1 Abs. 4 Glücksspielgesetz, beurteilt die Spielerschutzkonzepte der Bundeskonzessionäre. Auch landesbewilligte Automaten, Automaten in Spielbanken und Video-Lottery-Terminals sind an ein Datenrechenzentrum der Bundesrechenzentrum GmbH angebunden. Das Ganze ist kein Zufall — der Gesetzgeber weiß genau, wie schnell das hier eskaliert.

Die Wahrheit, die keiner in die Werbung schreibt

Glücksspiel ist kein Einkommen. Es ist keine Lösung für Geldprobleme. Es ist ein Produkt, das süchtig machen kann und bei dem du finanzielle Verluste riskierst — jedes Mal, wenn du spielst. Wer dir etwas anderes erzählt, verkauft dir etwas. Ich hab das geglaubt, lange genug. Nennt sich „Verlusten hinterherjagen". Geht nie auf.

Und die Werbung? „Einfach gewinnen", „Jetzt fette Boni" — die übermäßige Betonung von Gewinnen ist in Österreich schlicht nicht erlaubt, und Gratis-Spielangebote zur Neukundengewinnung genauso wenig. Wenn ein Anbieter damit um sich wirft, weißt du schon genug.

Wenn es hart auf hart kommt

Keine Hotline zwingt dich, morgen aufzuhören. Die Beratung beim Bundesinstitut für öffentliche Gesundheit unter 0800 1 37 27 00 ist kostenlos, und du entscheidest selbst, was du damit machst. Aber du musst sie anrufen — sie kommt nicht zu dir.

Wenn deine Schulden das größere Problem sind: schuldnerberatung.at. Staatlich anerkannt, ohne Vorwürfe.

Und wenn du mit jemandem reden willst, der kein Formular vor der Nase hat: spielsuchthilfe.at oder fachstelle-gluecksspielsucht.at.

Fragen zu Online Casino Boni Hub? Schreib uns an [email protected]. Aber ehrlich: Bei den Anlaufstellen oben bist du für das Thema Sucht besser aufgehoben.

Spiel nicht, um etwas zurückzuholen. Das hab ich versucht. Tut’s nicht.